Private Regulierung und öffentliches Vertrauen. Warum vermehrte Transparenz den Kampf gegen Doping stärken könnte

Der Anti-Doping-Kampf basiert weitgehend auf privater Regulierung, bedarf aber öffentlichen Vertrauens.

Der Beitrag setzt sich mit den Implikationen dieser Feststellung auseinander um dafür zu plädieren, dass vermehrte Transparenz den Anti-Doping-Kampf stärken könnte. Da der World Anti-Doping Code (WADC) der rechtlich unverbindliche Text einer Nichtregierungsorganisation (NRO) ist, finden weder strafrechtliche Normen der Beweisführung, noch die üblichen Begründungsanforderungen in parlamentarischen Gesetzgebungsverfahren zwingend Anwendung.

Vor diesem Hintergrund könnte vermehrte Transparenz dazu helfen, epistemologische Herausforderungen des gegenwärtig sehr komplexen Anti-Doping-Kampfes zu lösen, die Rechte angeklagter Athleten zu schützen sowie öffentliches Vertrauen wiederherzustellen.

Aufgrund jüngster Politikdebatten sowie Anti-Doping-Verfahren wird dafür argumentiert, dass eine freiwillige Abweichung von einigen gegenwärtig maßgebenden Prinzipien der Anti-Doping-Governance den Anti-Doping-Kampf zukunftsfähiger machen könnte. Das System (nicht die Athleten) sollte seine Fähigkeit, Verfahren fair zu führen, glaubhaft machen.

Aufgrund der zunehmenden Beteiligung öffentlicher Behörden an Anti-Doping sowie des quasi-strafrechtlichen Charakters der Sanktionen erscheint eine Annäherung an öffentlich-rechtliche Normen naheliegend.

Deutsche Zeitschrift für Sportmedizin, Jahrgang 66, Nr. 05 (2015): Zum Artikel (in englischer Sprache)